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Was kostet eine professionelle Website für Freelancer wirklich? Eine Kalkulationshilfe

Transparente Kosten, typische Stolperfallen und eine praktische Kalkulationshilfe – aus meiner Perspektive als Webentwickler & Online-Marketer.
Was kostet eine professionelle Website für Freelancer wirklich? Eine Kalkulationshilfe

Einleitung

Wenn mich Freelancer oder kleine Unternehmen anfragen, kommt sehr früh eine Frage – und die ist absolut berechtigt:

„Was kostet eine professionelle Website wirklich?“

Ich bin Manuel Langenstein, 27 Jahre alt, seit rund 6 Jahren in der Webentwicklung und im Online Marketing unterwegs, habe einen Bachelor in E-Commerce und stehe kurz vor dem Master in Medieninformatik. Ich sehe Websites deshalb nicht nur als „Design + ein paar Seiten“, sondern als Kombination aus Strategie, Content, Technik, SEO/Tracking und sauberer Übergabe.

In diesem Beitrag bekommst du:

  • realistische Preisrahmen (inkl. meiner eigenen Paketpreise als Orientierung)
  • die Kostentreiber, die fast immer unterschätzt werden
  • eine Kalkulationshilfe, mit der du in 10–15 Minuten ein sinnvolles Budget ableiten kannst
  • Beispiel-Szenarien, damit du Angebote besser vergleichen kannst

Wichtig: Es geht hier um Netto-Preise (wie üblich im B2B-Kontext). Und ja: Es gibt günstigere Lösungen. Die Frage ist nur, ob sie für dein Ziel wirklich funktionieren.


TL;DR – meine Preisrahmen (Orientierung)

So liegen meine Projekte typischerweise:

  • Kleine Website / One-Pager: ab 870 € – 1.500 € netto
  • Standard Unternehmens-Website (3–8 Seiten): 1.500 € – 3.500 € netto
  • Komplexere Website / CMS-Projekt: 3.500 € – 6.500 € netto
  • Individuelle Webentwicklung: ab 5.000 € netto aufwärts

Warum diese Spannen sinnvoll sind, wird gleich klar – denn „professionell“ ist nicht eine einzelne Funktion, sondern ein Paket aus vielen Bausteinen.


Was „professionell“ bei einer Website wirklich bedeutet

Eine professionelle Website ist aus meiner Sicht keine „schöne Seite“, sondern ein verlässliches System, das:

  • dein Angebot verständlich verkauft (Positionierung, Struktur, Text)
  • auf Mobilgeräten wirklich gut funktioniert (UX, Performance)
  • in Google sauber auffindbar ist (SEO-Basics, Technik, Content)
  • rechtlich sauber eingebettet ist (DSGVO/Impressum, Cookie-Setup je nach Bedarf)
  • messbar ist (Tracking/Analytics) und sich weiterentwickeln lässt
  • technisch wartbar und erweiterbar bleibt

Viele Billig-Angebote liefern Teile davon – aber selten alles. Genau daraus entstehen später die „versteckten Kosten“.


Warum die Preise so stark schwanken (und warum das normal ist)

Zwei Websites können am Ende beide „5 Seiten“ haben – und trotzdem kostet die eine 900 € und die andere 4.000 €.

Der Unterschied liegt fast immer in:

  • Konzeption & Struktur: Gibt es eine klare Nutzerführung oder nur „Seiten nebeneinander“?
  • Content: Werden Texte/Struktur wirklich erarbeitet oder nur „irgendwas eingefügt“?
  • Design-Tiefe: Template leicht angepasst vs. individuelles Designsystem
  • Technik/Qualität: Performance, Barrierearmut, saubere Komponenten, Wartbarkeit
  • SEO & Tracking: nur Meta-Tags vs. sinnvolle Keyword-/Seitenstruktur + Messbarkeit
  • Übergabe: Schulung, Dokumentation, Support, saubere Accounts/Ownership

Wenn du Angebote vergleichst, vergleiche nicht „Seitenzahl“, sondern Lieferumfang und Qualitätslevel.


Die Kostentreiber – worauf dein Budget wirklich reagiert

1) Seitenumfang ist nicht (nur) Seitenanzahl

Eine Seite kann ein kurzer Block Text sein – oder eine komplexe Landingpage mit:

  • klarer Hero-Struktur + CTA
  • Leistungsblöcken, Referenzen, Prozess, FAQs
  • Conversion-Elementen (Formular, Kalender, Lead-Magnet)
  • internen Verlinkungen, Schema-Markup, Tracking

Die Frage ist weniger „Wie viele Seiten?“ und mehr: Wie viel Inhalt/Struktur muss je Seite gelöst werden?

2) Content: Text, Bilder, Referenzen

Content ist extrem oft der Engpass. Wenn du:

  • Texte selbst lieferst (gut strukturiert)
  • Bilder/Logos/Referenzen sauber vorbereitet hast

…kann ein Projekt deutlich effizienter laufen.

Wenn Content erst im Projekt „entsteht“, ist das völlig okay – kostet aber Zeit (und damit Budget).

3) CMS oder statisch?

  • Statisch/ohne CMS (oder mit minimalem Editing): oft günstiger, schneller, sehr performant
  • Mit CMS (Blog, Case Studies, mehrsprachig): mehr Aufwand in Setup, Content-Modell, Rollen, Redaktionsflow

4) Funktionen & Integrationen

Typische „Budget-Booster“:

  • Blog + Kategorien/Tags + Suche
  • Mehrsprachigkeit
  • Buchungssystem (Kalender, Verfügbarkeiten)
  • Newsletter-Integration (Double-Opt-in, Tagging)
  • CRM-Anbindung
  • Shop / Zahlungsanbieter
  • individuelle Module (Konfiguratoren, Rechner, geschützte Bereiche)

5) SEO, Performance, Tracking (die langfristig wichtigsten Hebel)

„SEO“ ist nicht ein Plugin. Für eine solide Basis brauchst du typischerweise:

  • sinnvolle Seitenstruktur (Information Architecture)
  • saubere Meta-Daten, Canonicals, OpenGraph
  • interne Verlinkung
  • Performance/Images/Rendering
  • Indexierbarkeit (Sitemap, robots, Redirects)
  • Tracking-Konzept (z. B. Consent je nach Setup)

Wenn das am Anfang fehlt, zahlst du später oft doppelt.


Die Kalkulationshilfe: In 10–15 Minuten zum realistischen Budget

Ich nutze in Projekten oft eine sehr einfache Logik: Scope + Qualitätslevel + Risiko/Abstimmung.

Hier ist eine praktische Schritt-für-Schritt-Hilfe, die du ohne Fachwissen durchgehen kannst.

Schritt 1: Ziel definieren (1 Satz)

Beispiele:

  • „Ich will Anfragen für meine Dienstleistung generieren.“
  • „Ich brauche ein Portfolio, das Vertrauen schafft.“
  • „Ich will lokal in Berlin gefunden werden.“

Je klarer das Ziel, desto gezielter kann man Struktur und SEO bauen.

Schritt 2: Website-Typ auswählen (das ist dein Basispaket)

  • A One-Pager/kleine Website → meist 870–1.500 €
  • B) Unternehmenswebsite 3–8 Seiten → meist 1.500–3.500 €
  • C) CMS/komplexer → meist 3.500–6.500 €
  • D) Individualentwicklung/Webapp-Charakter → meist ab 5.000 €

Schritt 3: Content-Realität checken

Kreuze ehrlich an:

  • Texte sind fertig (oder sehr nah dran)
  • Bilder/Branding sind vorhanden (Logo, Farben, Typo, Referenzen)
  • Ich brauche Unterstützung bei Struktur/Text (oder komplette Texterstellung)

Wenn du bei Struktur/Text Unterstützung brauchst, plane zusätzliches Budget ein (oder nimm ein Paket, das diese Arbeit realistisch abbildet).

Schritt 4: Funktions-Check (Add-ons)

Markiere, was du brauchst:

  • Blog/News
  • Mehrsprachigkeit
  • Buchung/Kalender
  • Newsletter-Setup
  • Suchfunktion
  • Downloads/Lead-Magnet
  • besondere Animationen/Interaktionen
  • Integrationen (CRM, Zahlungsanbieter, externe Tools)

Jeder Punkt ist kein Drama – aber jeder Punkt ist Aufwand. Je mehr Häkchen, desto eher bist du in CMS/komplex oder Individualentwicklung.

Schritt 5: Betrieb & laufende Kosten realistisch einplanen

Viele kalkulieren nur „Website erstellen“ und wundern sich später.

Plane grob:

  • Domain: meist 10–20 €/Jahr
  • Hosting: grob 5–30 €/Monat (je nach Setup)
  • Wartung/Updates/Backups: je nach Anspruch 50–250 €/Monat (oder nach Bedarf)
  • Content/SEO/Marketing: wenn Wachstum ein Ziel ist, ist das ein eigener Block

Schritt 6: Risiko/Abstimmung (der versteckte Kostentreiber)

Zwei Projekte mit gleichem Scope können unterschiedlich teuer sein, weil:

  • Entscheidungsträger fehlen oder Feedbackschleifen lang sind
  • Inhalte spät kommen („Kannst du schon mal ohne Text anfangen?“)
  • viele Stakeholder mitreden

Wenn du schnell Entscheidungen triffst und Content pünktlich lieferst, wird es günstiger – ganz simpel.


Was du für meine Preisklassen typischerweise bekommst

Damit du ein Gefühl bekommst, was „drin“ ist, hier eine transparente Einordnung.

Kleine Website / One-Pager (ab 870 € – 1.500 € netto)

Passt gut, wenn du:

  • ein klares Angebot hast
  • wenige Inhalte brauchst
  • schnell professionell wirken willst

Typische Inhalte/Leistungen:

  • One-Pager oder sehr schlanke Seitenstruktur
  • saubere, mobile Optimierung
  • Performance-Basics (Bilder, Ladezeiten)
  • grundlegendes SEO-Setup (Meta, Indexierbarkeit)
  • Kontaktmöglichkeit (Formular/CTA)

Standard Unternehmens-Website (1.500 € – 3.500 € netto)

Ideal für Dienstleister, lokale Unternehmen, Restaurants, kleine Teams.

Typischer Umfang:

  • 3–8 Seiten (z. B. Start, Leistungen, Über mich/uns, Referenzen, Kontakt, FAQ)
  • bessere Informationsarchitektur (Nutzerführung)
  • SEO-Basis deutlich solider (Struktur, interne Verlinkung, saubere Templates)
  • Tracking-Grundlage (je nach Setup)

Komplexere Website / CMS-Projekt (3.500 € – 6.500 € netto)

Wenn du Inhalte selbst pflegen willst/musst (und es mehr als „ein paar Seiten“ sind).

Typische Features:

  • CMS mit Content-Modell (Blog, Case Studies, Landingpages)
  • Mehrsprachigkeit möglich
  • individuelle Module (z. B. Teaser, Tabellen, FAQ-Blöcke)
  • erweiterte SEO-Struktur (Templates, Datenfelder, Social Sharing)

Individuelle Webentwicklung (ab 5.000 € netto aufwärts)

Wenn es Richtung Produkt, Plattform oder spezielle Logik geht.

Typische Szenarien:

  • React/Vue, Headless CMS, komplexe Integrationen
  • Auth/Accounts, Dashboards, Rollen
  • Datenmodelle, API-Anbindungen, Automationen

Hier ist „Website“ oft nur ein Teil – eigentlich baust du ein System.


Beispiel-Kalkulationen (damit du dich einordnen kannst)

Beispiel 1: Portfolio-One-Pager (Freelancer:in)

  • Ziel: Vertrauen + Anfragen
  • Inhalt: Leistungen, Portfolio, About, Kontakt
  • Features: Kontaktformular, Tracking light

Realistischer Rahmen: häufig 870–1.500 € netto (je nach Content-Reife und Designanspruch)

Beispiel 2: Dienstleister-Website (5 Seiten)

  • Ziel: lokale/regionale Anfragen
  • Inhalt: 2–3 Leistungen, Referenzen, FAQ, Kontakt
  • SEO-Basis soll stimmen

Realistischer Rahmen: häufig 1.500–3.500 € netto

Beispiel 3: CMS-Website mit Blog + Case Studies

  • Ziel: organisches Wachstum über Content
  • Inhalt: Blog, Kategorien/Tags, Case Studies, mehrere Landingpages
  • Wunsch: einfache Pflege + saubere Templates

Realistischer Rahmen: häufig 3.500–6.500 € netto

Beispiel 4: „Website“ mit Webapp-Charakter

  • Ziel: Nutzerinteraktion (Konfigurator, Login, Dashboard, Integrationen)

Realistischer Rahmen: meist ab 5.000 € netto – nach oben offen, je nach Funktionsumfang.


Die häufigsten versteckten Kosten (die du von Anfang an einplanen solltest)

  1. Texte & Positionierung

Wenn deine Texte nicht klar sind, leidet Conversion – und du optimierst später teuer nach.

  1. Bilder & Branding

Stockbilder + keine Linie wirken schnell „beliebig“. Gute Fotos/Branding zahlen direkt auf Vertrauen ein.

  1. SEO als Prozess

Eine technische Basis ist Start – Rankings entstehen durch Content, Links, Optimierung, Zeit.

  1. Wartung & Sicherheit

Je nach Stack brauchst du Updates/Backups/Monitoring. Das ist kein Luxus, sondern Risikomanagement.

  1. Tracking & Consent

„Wir schauen später mal in Analytics“ endet oft damit, dass niemand valide Zahlen hat.


So vergleichst du Angebote fair (Checkliste)

Wenn du zwei Angebote auf dem Tisch hast, stell diese Fragen:

  • Welche Ziele werden unterstützt (Leads, SEO, Vertrauen, Bewerbungen …)?
  • Was ist konkret im Scope enthalten (Seiten, Module, Texte, Bilder, Formular, Blog)?
  • Gibt es eine saubere Übergabe (Accounts, Doku, Schulung)?
  • Wie wird Performance/SEO technisch gelöst?
  • Was passiert nach Launch (Support, Wartung, Bugs)?
  • Wem gehört was (Domain, Hosting, Quellcode, Inhalte)?

Wenn Antworten ausweichend sind („ist alles drin“), ist das ein Warnsignal.


Mein Fazit

Eine professionelle Website kostet nicht „weil Webdesigner teuer sind“, sondern weil du mehrere Disziplinen zusammenbringst: Konzept, Content, Design, Technik, SEO und Messbarkeit.

Wenn du nur „irgendwie online“ sein willst, findest du günstigere Wege. Wenn du aber eine Website willst, die Anfragen erzeugt, Vertrauen aufbaut und technisch sauber läuft, sind die oben genannten Preisrahmen realistisch.

Wenn du magst, schick mir kurz:

  • deine Branche + Zielgruppe
  • welche Seiten/Funktionen du brauchst
  • 2–3 Beispielseiten, die dir gefallen

Dann kann ich dir sehr schnell sagen, welche Kategorie (One-Pager, Standard, CMS, Individual) zu dir passt und welches Budget realistisch ist.


FAQ

Warum finde ich Angebote für 300 € und für 6.000 €?

Weil oft komplett unterschiedliche Dinge angeboten werden: Template vs. individuelles Konzept, ohne SEO/Tracking vs. mit sauberer Struktur, ohne Übergabe vs. mit langfristiger Wartbarkeit.

Kann ich erst günstig starten und später ausbauen?

Ja – das ist oft sinnvoll. Wichtig ist nur, dass das Fundament (Struktur, Technik, SEO-Basics) so gebaut ist, dass du später nicht alles neu machen musst.

Was ist besser: WordPress, Baukasten oder individuelle Entwicklung?

Das hängt von Ziel, Content-Workflow und Funktionen ab. Für viele Freelancer reicht eine schlanke Website völlig. Sobald Blog/Mehrsprachigkeit/komplexe Module dazukommen, wird ein CMS oder Headless-Setup interessanter.