SEO-Fehler beim Website-Relaunch – und wie du sie vermeidest

Einleitung: Warum nach einem Relaunch dein Google-Rankings weg sein können
Ein Website-Relaunch ist für viele Unternehmen ein Meilenstein – neues Design, bessere Technik, endlich „modern". Doch was ich in meiner Arbeit viel zu oft sehe: Nach dem Relaunch bricht der organische Traffic ein. Die Rankings sind weg – und keiner weiß, warum.
Ich bin Manuel Langenstein, 27 Jahre alt, seit rund 6 Jahren in der Webentwicklung und im SEO tätig, habe einen Bachelor in E-Commerce und stehe kurz vor dem Master in Medieninformatik. In dieser Zeit habe ich dutzende Relaunches begleitet – eigene Projekte und solche, die ich nach einem misslungenen Relaunch „retten" durfte. Die Muster wiederholen sich dabei immer wieder.
In diesem Beitrag zeige ich dir:
- die häufigsten SEO-Fehler beim Website-Relaunch, die ich aus der Praxis kenne
- warum jeder einzelne Fehler Rankings kostet
- konkrete Maßnahmen, wie du sie vermeidest
- eine Relaunch-SEO-Checkliste, die du direkt für dein Projekt nutzen kannst
Ob du selbst relaunchst, mit einer Agentur arbeitest oder als Entscheider den Überblick behalten willst: Dieser Beitrag spart dir im besten Fall Monate an verlorener Sichtbarkeit.
TL;DR – die 9 häufigsten SEO-Fehler beim Relaunch (Übersicht)
- Keine SEO-Bestandsaufnahme vor dem Relaunch
- Fehlende oder fehlerhafte 301-Redirects
- URL-Struktur ohne SEO-Strategie ändern
- Content wird gelöscht oder zusammengefasst, ohne Rankings zu prüfen
- Meta-Daten (Title & Description) gehen verloren
- Interne Verlinkung wird zerstört
- Technische SEO-Basics vergessen (Sitemap, robots.txt, Canonical Tags)
- Performance wird schlechter statt besser
- Kein Monitoring nach dem Go-Live
Jetzt im Detail.
Fehler 1: Keine SEO-Bestandsaufnahme vor dem Relaunch
Das ist der Klassiker – und gleichzeitig der folgenschwerste Fehler. Viele starten einen Relaunch mit dem Gedanken „Wir machen alles neu", ohne vorher zu dokumentieren, was aktuell funktioniert.
Warum das ein Problem ist
Wenn du nicht weißt, welche Seiten organischen Traffic bringen, welche Keywords ranken und welche Seiten die meisten Backlinks haben, triffst du im Relaunch blinde Entscheidungen. Du löschst vielleicht eine Seite, die monatlich 500 Besucher bringt – weil sie „alt aussieht".
Was du stattdessen tun solltest
Vor dem Relaunch erstellst du ein SEO-Audit, das mindestens enthält:
- Crawl der aktuellen Seite (z. B. mit Screaming Frog oder Sitebulb): Alle URLs, Statuscodes, Meta-Daten, H1s, Canonicals
- Google Search Console Export: Welche Seiten ranken für welche Keywords? Welche haben Impressionen/Klicks?
- Traffic-Daten aus Analytics: Welche Seiten bringen organischen Traffic? Welche haben Conversions?
- Backlink-Profil (z. B. via Ahrefs, Semrush, Sistrix): Welche Seiten haben externe Links?
- Indexierungsstatus: Wie viele Seiten sind im Index? Gibt es Seiten, die Google bereits ausschließt?
Praxis-Tipp: Ich exportiere vor jedem Relaunch eine vollständige URL-Liste mit zugehörigen Keywords, Rankings und Backlink-Daten. Das ist die Grundlage für alles, was folgt – insbesondere für die Redirect-Map.
Fehler 2: Fehlende oder fehlerhafte 301-Redirects
Das ist der Fehler, den ich am häufigsten sehe – und der am schnellsten Rankings zerstört. Wenn sich URLs ändern (und das passieren sie bei einem Relaunch fast immer), muss jede alte URL sauber auf die neue weitergeleitet werden.
Warum 301-Redirects beim Relaunch unverzichtbar sind
Eine 301-Weiterleitung sagt Google: „Diese Seite ist dauerhaft umgezogen. Übertrage Ranking-Signale (Link Equity) auf die neue URL." Ohne diesen Redirect:
- liefert die alte URL einen 404-Fehler
- Google verliert die Zuordnung zwischen alter und neuer Seite
- Backlinks zeigen ins Leere – ihre SEO-Wirkung verpufft
- Nutzer, die über alte Links oder Bookmarks kommen, landen auf einer Fehlerseite
Die häufigsten Redirect-Fehler im Detail
- Gar keine Redirects eingerichtet – erschreckend häufig
- Alle alten URLs pauschal auf die Startseite leiten – das ist für Google kein sinnvoller Redirect und wird wie ein Soft-404 behandelt
- 302 statt 301 – ein 302-Redirect signalisiert „temporär", Google überträgt weniger Ranking-Signale
- Redirect-Ketten (A → B → C → D) – jeder Hop verliert etwas Link Equity und verlangsamt das Crawling
- Redirect-Loops (A → B → A) – die Seite wird für Google und Nutzer unerreichbar
So machst du es richtig
- Erstelle eine Redirect-Map (Excel/Google Sheets): alte URL → neue URL, 1:1
- Jede alte URL bekommt einen inhaltlich passenden Redirect-Partner
- Nutze ausschließlich 301-Redirects (permanent)
- Teste jeden Redirect vor dem Go-Live (z. B. via httpstatus.io oder Screaming Frog)
- Prüfe nach dem Go-Live, ob die Redirects wirklich funktionieren – Theorie und Praxis weichen hier oft ab
Mein Erfahrungswert: Bei einem mittleren Unternehmens-Relaunch mit 50–200 Seiten braucht die Redirect-Map allein oft 2–4 Stunden. Das klingt nach viel – aber es ist die Zeit, die dir Monate an Ranking-Verlust erspart.
Fehler 3: URL-Struktur ohne SEO-Strategie ändern
„Die URLs sollen jetzt schöner aussehen" – habe ich schon oft gehört. Und ja, saubere URLs sind wichtig. Aber wenn du die URL-Struktur änderst, ohne SEO-Konsequenzen zu bedenken, ist das brandgefährlich.
Typische Probleme bei URL-Änderungen
- Domain-Wechsel (z. B. von .de auf .com oder umgekehrt) ohne Weiterleitungen und Search-Console-Umzug
- Pfad-Änderungen (z. B.
/leistungen/seo-beratungwird zu/services/seo) – Keywords in der URL ändern sich, Redirects fehlen - Entfernung von Trailing Slashes oder Änderung der Groß-/Kleinschreibung – Google behandelt
/Seite/und/seiteals unterschiedliche URLs - Parameter-URLs vs. saubere URLs – gut gemeint, aber ohne Redirects verliert man bestehende Rankings
Best Practices für URL-Änderungen beim Relaunch
- Ändere URLs nur, wenn es einen triftigen Grund gibt (z. B. bessere Keyword-Struktur, konsistentere Hierarchie)
- Jede geänderte URL braucht einen 1:1-Redirect (siehe Fehler 2)
- Halte die URL-Struktur flach und sprechend:
/leistung/seo-beratung-berlin/ist besser als/services/offer/detail?id=42 - Nutze Lowercase und Bindestriche als Trennzeichen
- Führe einen Search-Console-Umzug durch, wenn sich die Domain ändert (Adressänderung)
Fehler 4: Content wird gelöscht oder zusammengefasst, ohne Rankings zu prüfen
„Die Seite braucht keiner mehr" – diesen Satz höre ich regelmäßig. Und klar, ein Relaunch ist auch eine Chance, Content auszumisten. Aber: Lösche niemals eine Seite, ohne vorher ihre SEO-Daten geprüft zu haben.
Was passiert, wenn du rankenden Content löschst
- Die Seite verschwindet aus dem Google-Index
- Alle Keywords, für die sie gerankt hat, fallen weg – oft innerhalb weniger Tage
- Backlinks auf diese Seite laufen ins Leere
- Nutzer, die die Seite über Google finden wollten, landen auf einem 404
Content-Entscheidungen richtig treffen
Für jede Seite, die du löschen oder zusammenfassen willst, prüfe:
- Rankt die Seite für relevante Keywords? (Search Console → Leistung → nach Seite filtern)
- Bringt die Seite organischen Traffic? (Analytics → organischer Traffic nach Landingpage)
- Hat die Seite externe Backlinks? (Ahrefs, Semrush oder Search Console → Links)
- Wird die Seite intern häufig verlinkt?
Basierend darauf:
- Seite rankt & hat Traffic/Links → behalten, optimieren oder mit 301 auf inhaltlich passende Seite weiterleiten
- Seite hat wenig Wert, aber Backlinks → 301-Redirect auf thematisch passende Seite
- Seite hat keinen Traffic, keine Links, keinen Inhaltswert → kann gelöscht werden (mit 410 Gone statt 404, wenn du sauber arbeiten willst)
Wichtig beim Zusammenfassen: Wenn du zwei Seiten zu einer mergst, leite die wegfallende URL per 301 auf die verbleibende weiter. So konsolidierst du Ranking-Signale, statt sie zu verlieren.
Fehler 5: Meta-Daten (Title & Description) gehen verloren
Das klingt banal, passiert aber bei jedem zweiten Relaunch, den ich gesehen habe: Die neuen Seiten gehen ohne optimierte Title-Tags und Meta-Descriptions live.
Warum Meta-Daten beim Relaunch so oft verloren gehen
- Das neue CMS oder Framework hat eine andere Struktur → alte Meta-Daten werden nicht migriert
- Entwickler setzen Platzhalter-Titles („Willkommen", „Home") und vergessen, sie zu ersetzen
- Meta-Descriptions werden gar nicht gepflegt, weil „Google die eh selbst generiert"
Die SEO-Konsequenzen
- Title-Tags sind nach wie vor einer der stärksten On-Page-Ranking-Faktoren. Ein generischer Title kostet dich im Zweifelsfall Top-10-Platzierungen.
- Meta-Descriptions beeinflussen zwar nicht direkt das Ranking, aber die Klickrate (CTR) in den Suchergebnissen. Eine schlechte oder fehlende Description kann deine CTR um 20–30 % senken.
- Doppelte oder identische Titles/Descriptions über mehrere Seiten hinweg erzeugen Duplicate-Content-Signale für Google.
So sicherst du Meta-Daten beim Relaunch
- Exportiere alle bestehenden Titles & Descriptions (Screaming Frog → Export → Page Titles & Meta Descriptions)
- Erstelle eine Mapping-Tabelle: alte URL + alter Title + alte Description → neue URL + neuer Title + neue Description
- Optimiere dabei gezielt: Sind die alten Titles überhaupt gut? Falls nein, nutze den Relaunch als Chance für bessere Titles mit Keyword-Fokus
- Prüfe nach dem Relaunch stichprobenartig und per Crawl, ob alle Meta-Daten korrekt gesetzt sind
- Achte auf korrekte Zeichenlänge (Title: ca. 55–60 Zeichen, Description: ca. 150–160 Zeichen)
Fehler 6: Interne Verlinkung wird zerstört
Die interne Verlinkung ist eines der mächtigsten und gleichzeitig am meisten unterschätzten SEO-Instrumente. Beim Relaunch geht sie fast immer kaputt – oft unbemerkt.
Wie die interne Verlinkung beim Relaunch leidet
- Hardcodierte Links in Texten zeigen auf alte URLs, die nicht mehr existieren
- Die Navigationsstruktur ändert sich, wichtige Seiten verlieren ihre prominente Position
- Breadcrumbs werden nicht korrekt implementiert oder fallen komplett weg
- Kontextuelle Links in Blogbeiträgen werden nicht aktualisiert
- Footer-Links ändern sich, wichtige Seiten verlieren Link Equity
Warum das für SEO kritisch ist
Google folgt internen Links, um Seiten zu entdecken und deren Wichtigkeit einzuschätzen. Eine Seite, die von vielen anderen Seiten intern verlinkt wird, bekommt mehr internes Link Equity und rankt tendenziell besser.
Wenn nach dem Relaunch plötzlich 50+ interne Links ins Leere zeigen, verlierst du nicht nur die Link-Power – du erzeugst auch massiv Crawl-Fehler, die Google in der Search Console meldet.
Was du tun solltest
- Crawle die neue Seite vor dem Go-Live auf kaputte interne Links (Screaming Frog, Sitebulb)
- Aktualisiere alle hardcodierten Links in Content-Bereichen (Blog, Texte, CTAs)
- Plane die Navigationsstruktur bewusst: Welche Seiten sollen maximal 2–3 Klicks von der Startseite entfernt sein?
- Implementiere Breadcrumbs mit strukturierten Daten (Schema.org BreadcrumbList)
- Prüfe die Ankertexte: Sind sie beschreibend und keyword-relevant?
Fehler 7: Technische SEO-Basics vergessen
Es ist erstaunlich, wie oft grundlegende technische SEO-Elemente beim Relaunch vergessen oder falsch konfiguriert werden. Jedes einzelne für sich kann die Indexierung massiv stören.
Die häufigsten technischen SEO-Fehler beim Relaunch
XML-Sitemap
- Neue Sitemap nicht erstellt oder nicht bei Google eingereicht
- Sitemap enthält noch alte URLs (404-Seiten)
- Sitemap enthält nicht-indexierbare Seiten (noindex, Redirects)
Fix: Neue Sitemap generieren, die nur indexierbare 200er-Seiten enthält. In der Search Console einreichen. Alte Sitemap-URL ggf. per Redirect auf neue verweisen.
robots.txt
Disallow: /ist noch aktiv (Staging-Konfiguration) – blockiert die komplette Indexierung- Wichtige Verzeichnisse werden versehentlich blockiert (z. B.
/blog/,/assets/) - Sitemap-Verweis fehlt
Fix: robots.txt sofort nach dem Go-Live prüfen. Nutze den robots.txt-Tester in der Search Console. Sitemaps-Verweis einbauen: Sitemap: https://example.com/sitemap.xml
Canonical Tags
- Canonical Tags zeigen auf alte URLs (Staging-Domain, HTTP statt HTTPS)
- Self-Referencing Canonicals fehlen
- Duplicate Content entsteht, weil Canonicals nicht korrekt gesetzt sind
Fix: Jede indexierbare Seite bekommt einen Self-Referencing Canonical Tag. Bei paginierten Seiten, Filtervarianten oder Parameter-URLs: Canonical auf die Hauptversion setzen.
Hreflang (bei mehrsprachigen Seiten)
- Hreflang-Tags werden beim Relaunch nicht aktualisiert
- Sprachversionen verweisen auf URLs, die nicht mehr existieren
Fix: Hreflang-Tags mit neuen URLs aktualisieren. Gegenseitige Verweise prüfen (jede Sprachversion muss auf alle anderen verweisen, inklusive sich selbst).
Strukturierte Daten (Schema.org)
- Strukturierte Daten aus der alten Seite werden nicht migriert
- Rich Snippets (FAQ, How-To, Breadcrumbs, Organisation) gehen verloren
Fix: Alle vorhandenen strukturierten Daten dokumentieren und in der neuen Seite implementieren. Mit dem Rich Results Test von Google validieren.
Fehler 8: Performance wird schlechter statt besser
Ein Relaunch soll die Website besser machen – aber in der Praxis sehe ich regelmäßig, dass die Core Web Vitals nach dem Relaunch schlechter sind als vorher.
Warum die Performance leidet
- Neues, „schickes" Theme/Template mit unkomprimierten Assets (riesige JS-Bundles, unoptimierte Bilder)
- Mehr Drittanbieter-Skripte (Chatbots, Tracking-Pixel, Schriftarten, Social Widgets)
- Lazy Loading fehlt bei Bildern und iFrames
- Server-Rendering (SSR) wird durch Client-Side Rendering (CSR) ersetzt → schlechtere First Contentful Paint (FCP)
- Hosting-Wechsel auf langsameren Server
Warum das SEO-relevant ist
Google nutzt die Core Web Vitals (LCP, INP, CLS) als Ranking-Faktor. Wenn deine Werte nach dem Relaunch messbar schlechter werden:
- verlierst du potenziell Rankings, insbesondere in wettbewerbsintensiven Nischen
- steigt die Absprungrate, weil Nutzer nicht warten wollen
- sinkt die Crawl-Effizienz, weil Google langsamere Seiten seltener crawlt
Performance beim Relaunch sichern
- Lighthouse-Audit vor und nach dem Relaunch – Werte dokumentieren und vergleichen
- Bilder in modernen Formaten (WebP/AVIF) und mit korrekten Dimensionen ausliefern
- Kritisches CSS inline laden, Rest asynchron
- JavaScript-Bundles minimieren und Code-Splitting einsetzen
- Lazy Loading für Bilder, Videos und iFrames unterhalb des sichtbaren Bereichs
- Schriftarten lokal hosten statt von Google Fonts laden (auch DSGVO-relevant)
- Serverseitiges Rendering (SSR) oder Static Site Generation (SSG) bevorzugen – gerade bei Content-lastigen Seiten
- CDN nutzen (Cloudflare, Vercel Edge, Netlify) für schnelle Auslieferung
Fehler 9: Kein Monitoring nach dem Go-Live
Der Relaunch ist live – fertig? Auf keinen Fall. Die ersten 2–4 Wochen nach dem Go-Live sind die kritischste Phase für dein SEO.
Was nach dem Relaunch passieren muss
Woche 1: Tägliche Checks
- Google Search Console täglich prüfen:
- Neue Crawl-Fehler (404, 5xx)?
- Indexierungsabdeckung: Sind die neuen Seiten im Index?
- Manuelle Maßnahmen oder Sicherheitsprobleme?
- Redirects stichprobenartig testen – funktionieren die Top-20-Weiterleitungen?
- Rankings der wichtigsten Keywords überwachen (tägliches Tracking via Sistrix, Ahrefs oder SE Ranking)
- Organischen Traffic in Analytics vergleichen (Woche über Woche)
Woche 2–4: Stabilisierung
- Indexierungsanfragen für wichtige neue Seiten in der Search Console stellen (URL-Prüfung → Indexierung beantragen)
- Sitemap in der Search Console prüfen: Werden alle Seiten korrekt gelesen?
- Broken Links monitoren (interne + externe)
- Core Web Vitals im Feld prüfen (Search Console → Core Web Vitals, PageSpeed Insights)
- Backlink-Profil überwachen: Gibt es neue 404-Seiten, die Backlinks hatten?
Ab Woche 4: Langfristige Beobachtung
- Rankings vergleichen (Vorher vs. Nachher) auf Keyword-Ebene
- Organischen Traffic vergleichen (Monat über Monat)
- Conversions vergleichen (hat der Relaunch nicht nur Traffic, sondern auch Ergebnisse gebracht?)
- Verbleibende Crawl-Fehler aufräumen
- Redirect-Ketten bereinigen, falls Probleme aufgetaucht sind
Mein Tipp: Ich richte mir für jeden Relaunch ein einfaches Dashboard ein (Search Console + Analytics + Ranking-Tracker), das ich in den ersten 4 Wochen täglich checke. Das kostet 10 Minuten pro Tag – und hat mir schon mehrfach ermöglicht, Probleme zu fixen, bevor sie Ranking-Verluste verursacht haben.
Die Relaunch-SEO-Checkliste (zum Abhaken)
Hier die komplette Checkliste, die ich bei jedem Relaunch durchgehe. Du kannst sie direkt für dein Projekt übernehmen.
Vor dem Relaunch
- Vollständiger Crawl der bestehenden Website (alle URLs, Statuscodes, Meta-Daten)
- Google Search Console: Rankings, Impressionen, Klicks pro Seite exportieren
- Analytics: Top-Landingpages organisch exportieren
- Backlink-Profil der wichtigsten Seiten dokumentieren
- Redirect-Map erstellen (alte URL → neue URL, 1:1)
- URL-Struktur der neuen Seite finalisieren (mit SEO-Überlegungen)
- Meta-Daten-Mapping: alte → neue Titles & Descriptions
- Strukturierte Daten dokumentieren und für neue Seite planen
- Content-Audit: Welche Seiten bleiben, welche werden zusammengeführt, welche gelöscht?
- Performance-Baseline messen (Lighthouse, Core Web Vitals)
- Staging-Seite crawlen und auf Fehler prüfen
- robots.txt und Sitemap für die neue Seite vorbereiten
Am Tag des Go-Live
- 301-Redirects aktivieren und testen
- robots.txt prüfen: Kein
Disallow: /mehr aktiv - XML-Sitemap einreichen (Search Console)
- Canonical Tags auf allen Seiten prüfen
- HTTPS-Weiterleitung prüfen (HTTP → HTTPS, www → non-www oder umgekehrt)
- Interne Links stichprobenartig testen
- Lighthouse-Audit durchführen und mit Baseline vergleichen
- Google Search Console: URL-Prüfung für wichtige Seiten
Nach dem Go-Live (Woche 1–4)
- Search Console täglich auf Crawl-Fehler prüfen
- Rankings der Top-Keywords täglich tracken
- Organischen Traffic täglich vergleichen
- Broken-Link-Check durchführen
- Core Web Vitals im Feld prüfen
- Indexierungsabdeckung beobachten
- Backlink-Profil prüfen (verwaiste Links?)
- Bei Problemen: schnell reagieren (Redirects fixen, Content wiederherstellen)
Bonus: So bewerte ich die SEO-Qualität eines Relaunchs
Aus meiner Erfahrung gibt es drei klare Indikatoren, ob ein Relaunch SEO-seitig sauber gelaufen ist:
- Organischer Traffic bleibt stabil oder steigt innerhalb von 4–6 Wochen nach dem Relaunch. Ein kurzer Dip (5–15 %) in der ersten Woche ist normal – ein Einbruch von 30 %+ ist ein Warnsignal.
- Keine massiven Crawl-Fehler in der Search Console. Vereinzelte 404er kommen vor – aber 50+ neue 404-Seiten nach dem Go-Live deuten auf fehlende Redirects hin.
- Core Web Vitals bleiben gleich oder verbessern sich. Wenn alle drei Werte (LCP, INP, CLS) nach dem Relaunch „gut" sind, hast du technisch sauber gearbeitet.
Fazit: Ein Relaunch ist immer auch ein SEO-Projekt
Die größte Erkenntnis, die ich in 6 Jahren Webentwicklung und SEO gewonnen habe: Ein Relaunch ohne SEO-Strategie ist ein Risiko, kein Upgrade.
Die gute Nachricht: Die meisten SEO-Fehler beim Website-Relaunch sind vermeidbar – wenn du sie vor dem Go-Live auf dem Schirm hast. Es braucht keine Magie, sondern Struktur, Sorgfalt und ein paar Stunden Vorarbeit.
Wenn du gerade einen Relaunch planst und sicherstellen willst, dass deine Rankings nicht einbrechen, melde dich gerne bei mir. Ich unterstütze sowohl bei der SEO-Begleitung des Relaunchs als auch beim Retten, wenn es schon schiefgegangen ist.
Häufige Fragen zum SEO beim Website-Relaunch
Wie lange dauert es, bis sich Rankings nach einem Relaunch erholen?
Bei einem sauberen Relaunch mit korrekten Redirects und stabiler Technik: 1–4 Wochen. Ohne Redirects oder bei gravierenden Fehlern kann es 3–6 Monate dauern – wenn überhaupt eine vollständige Erholung möglich ist.
Muss ich Google über den Relaunch informieren?
Nicht direkt. Aber du solltest die neue Sitemap in der Search Console einreichen und bei einem Domain-Wechsel die Adressänderung in der Search Console durchführen. Google erkennt dann schneller, dass sich deine Website verändert hat.
Kann ein Relaunch Rankings verbessern?
Absolut. Wenn du den Relaunch nutzt, um bessere Inhalte, schnellere Ladezeiten, sauberere Technik und eine durchdachte Seitenstruktur zu implementieren, kannst du mittelfristig deutlich besser ranken als vorher. Der Schlüssel ist, dass du nicht nur „Design" relaunchst, sondern auch SEO und Performance mitdenkst.
Brauche ich einen SEO-Experten für den Relaunch?
Nicht zwingend – aber es hilft enorm. Die Checkliste oben kannst du auch selbst abarbeiten. Wenn dein Projekt allerdings viele Seiten hat, komplexe Redirects braucht oder du dir unsicher bist: Lieber einmal professionell begleiten lassen, als hinterher monatelang Rankings aufbauen.
Was kostet es, wenn ich SEO beim Relaunch ignoriere?
Das hängt von deiner Branche ab. Bei einem Unternehmen, das 30 % seiner Kundenanfragen über organischen Traffic bekommt, kann ein Ranking-Einbruch von 50 % schnell mehrere tausend Euro Umsatzverlust pro Monat bedeuten. Die Investition in saubere SEO-Begleitung beim Relaunch ist fast immer günstiger als die Folgekosten.
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